Bad Mergentheim. Im Rathaus Bad Mergentheim sind am vergangenen Montag verdiente Blutspenderinnen und Blutspender für ihr langjähriges Engagement geehrt worden. Bei der Blutspenderehrung des Deutschen Roten Kreuzes würdigten Vertreter des DRK sowie die Stadt Bad Mergentheim insgesamt 46 Bürgerinnen und Bürger, die sich im Zeitraum von November 2024 bis Oktober 2025 in besonderer Weise für die Blutversorgung eingesetzt haben.
Zur Ehrung eingeladen hatten der DRK-Ortsverband Bad Mergentheim, vertreten durch René Föhr und Swen Rüdenauer, die gemeinsam mit weiteren ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern auch für die Bewirtung sorgten. Grußworte sprach zudem Oberbürgermeister Udo Glatthaar, der den Geehrten für ihre Bereitschaft dankte, Verantwortung für andere zu übernehmen, und die Blutspende als unverzichtbaren Bestandteil einer funktionierenden Gesundheitsversorgung hervorhob.
Im Rahmen der Veranstaltung verlieh das DRK Ehrennadeln und Urkunden in verschiedenen Stufen. Geehrt wurden Spenderinnen und Spender für 10, 25, 50, 75, 100 und in einem Fall sogar für 150 Blutspenden. Allein die 46 ausgezeichneten Personen haben zusammen 1.385 Mal Blut gespendet, was einer Menge von rund 693 Litern entspricht.
Zwischen Erfahrung und aktueller Lageeinschätzung
In seiner Ansprache ging Prof. Dr. Thomas Haak, Präsident des DRK-Kreisverbandes, auch auf eine persönliche Erfahrung aus seiner beruflichen Praxis ein. Er schilderte den Fall eines Patienten mit einer schwer behandelbaren Krebserkrankung, dessen Leben nur durch die Verfügbarkeit von Blutkonserven und eine ergänzende Rückenmarkspende gerettet werden konnte. Dieses Beispiel zeige eindrücklich, so Haak, dass Blutspenden keine abstrakte Größe seien, sondern ganz konkret über Leben und Tod entscheiden könnten.
Auch Swen Rüdenauer vom DRK-Ortsverband Bad Mergentheim richtete einige Worte an die Anwesenden. Er betonte die große Bedeutung der Blutspende für die medizinische Versorgung und hob lobend hervor, dass die Bereitschaft zu helfen und Blut zu spenden im ländlichen Raum nach wie vor besonders ausgeprägt sei. Gleichzeitig schlug er einen Bogen zur aktuellen Lage in Berlin, wo viele Menschen zeitweise ohne Strom und Heizung auskommen müssten. Der DRK-Ortsverband habe auch vor diesem Hintergrund vorsorglich einen Notfallplan erarbeitet, um im Fall einer vergleichbaren Situation in der Region schnell und koordiniert reagieren zu können.
Neben der persönlichen Würdigung der Geehrten wurden auch aktuelle Zahlen zur Blutspende in der Region vorgestellt. In der Kernstadt Bad Mergentheim finden seit 1995 jährlich vier Blutspendetermine statt. 865 Blutspenden wurden diesmal abgegeben, etwas weniger als im Vorjahr. Hinzu kommen zwei Termine in Rengershausen mit 301 Spenden sowie zwei in Markelsheim mit 235 Spenden. Insgesamt wurden im Raum Bad Mergentheim 1.401 Blutspenden gezählt. Ergänzt wird dieses Angebot durch Aktionen bei Unternehmen wie der Firma Würth und an Schulen, unter anderem am Berufsschulzentrum.
Zum Abschluss der Veranstaltung richteten die Verantwortlichen ihren Dank nicht nur an die Geehrten, sondern auch an die zahlreichen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer des DRK, an die beteiligten Ärztinnen und Ärzte sowie an die Medien. Zugleich verbanden sie die Ehrung mit der Bitte, weiterhin Blut zu spenden und auch im persönlichen Umfeld für dieses Engagement zu werben, insbesondere um neue Erstspender zu gewinnen.
© Phillip Drost
