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Rust: 250 Spürnasen trainieren im Europapark

Mit dabei waren Teams der Rettungshundestaffel des DRK-Kreisverbands Mergentheim

Main-Tauber-Kreis. Normalerweise dominieren Adrenalin und Kinderlachen die Geräuschkulisse in Deutschlands größtem Freizeitpark. Doch kürzlich herrschte eine ganz andere Art von konzentrierter Stille in den Themenbereichen: Über 250 Rettungshunde und ihre ehrenamtlichen Hundeführer verwandelten den Europa-Park in Rust in das wohl anspruchsvollste Trainingsgelände des Landes. Auf Initiative der Inhaber-Familie Mack reisten 18 Rettungshundestaffeln aus Baden-Württemberg (darunter jene des DRK-Kreisverbandes Mergentheim), Rheinland-Pfalz und der Schweiz an, um den Ernstfall dort zu proben, wo sonst Millionen Menschen Urlaub machen.

Für die Hunde ist der Park ein „Endgegner“ in Sachen Ablenkung. Wo sonst Wälder oder Trümmerfelder das gewohnte Terrain bilden, warteten hier verwinkelte Gassen, unwegsame Indoor-Spielplätze und die Geruchsspuren von Millionen Besuchern. „Wir finden hier Bedingungen vor, die wir sonst in dieser Kombination nirgendwo haben“, meinte eine Hundeführerin. Die Komplexität des Geländes – von dunklen Attraktionen bis hin zu schwer zugänglichen Kletternetzen – fordert den Tieren höchste Präzision ab.

Das Programm war straff: Bei der Flächen- und Gebäudesuche stöberten die Vierbeiner frei nach dem allgemeinen menschlichen Geruch, um vermisste Personen in den weitläufigen Anlagen aufzuspüren. Ein besonderer Fokus lag zudem auf dem Mantrailing. Hierbei verfolgen die Tiere an der Leine die individuelle Spur einer ganz spezifischen Person – eine Aufgabe, die in den stark frequentierten Anstehbereichen und Grünanlagen des Parks höchste Konzentration erfordert.

Die Rettungsteams sind ein unverzichtbares Glied in der Rettungskette bei Katastrophenfällen, Vermisstensuchen oder Verschüttungen. Jedes Teammitglied investiert jährlich einige hundert Stunden – und das alles ehrenamtlich. Die Bereitschaft gilt rund um die Uhr, 365 Tage im Jahr. Besonders wichtig für Betroffene: Die Einsätze der Rettungshunde sind für Alarmierende und Opfer grundsätzlich kostenfrei.

Der Trainingstag im Europa-Park ist weit mehr als eine willkommene Abwechslung zum Alltag im Wald. Er ist ein entscheidender Baustein in der Einsatzvorbereitung. Die Hunde lernten, sich nicht von der besonderen Kulisse irritieren zu lassen, während die Hundeführer die Orientierung in unübersichtlichem Gelände schärften. Belohnt wurden die „Lebensretter auf vier Pfoten“ nach getaner Arbeit standesgemäß – mit Spielstunden, Streicheleinheiten oder Leckereien.

Mit dieser Kooperation unterstreicht der Europa-Park seine Unterstützung für das lebenswichtige Ehrenamt und trägt dazu bei, dass die Rettungsteams im Ernstfall bestmöglich vorbereitet sind.